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Geschichte

1933 kamen 1500 Bücher in Kisten aus Berlin nach Zürich. Theo Pinkus, Buchhändler, Kommunist, Jude und Schweizer, musste das nationalsozialistische Deutschland verlassen. Seine Mutter schickte ihm die Bücher nach, für die sie Karteikarten geschrieben hatte. Der Grundstock der späteren Studienbibliothek war gelegt.

Beruflich hat Pinkus nach dem Motto gehandelt: Bücher suchen, sammeln und verkaufen. Daraus entwickelte sich der Büchersuchdienst, das Antiquariat und die Buchhandlung Pinkus & Co. Daneben wuchs kontinuierlich in der Wohnung eine Privatbibliothek. Diese wurde in der Folge von 1968 immer stärker von Interessierten benützt.

Der ursprüngliche Bestand von ca. 10 000 Bänden wurde laufend erweitert und umfasst heute rund 50 000 Monographien (Sachbuch und Belletristik) aus den Bereichen Frühsozialismus, kommunistische Arbeiterbewegung, Widerstand, Flüchtlingspolitik und Exil während des Nationalsozialismus, neue Soziale Bewegungen, Kunst und Literatur, bedeutende Erstausgaben, Klein- und Tarnschriften, sowie zahlreiche Organisations- und Personennachlässe.

1971 vergesellschafteten Theo und Amalie Pinkus ihren Privatbesitz. Die selbstverwaltete Pinkus-Genossenschaft wird bis 1998 die Buchhandlung und das Antiquariat führen. Im selben Jahr wurde die Stiftung Studienbibliothek gegründet und erhielt die private Bücher-, Zeitschriften- und Dokumentensammlung von Theo und Amalie Pinkus-De Sassi. Seit 2001 befindet sich der Bestand der Stiftung Studienbibliothek in der ZB Zürich (http://www.zb.uzh.ch) und wird dort unter der Signatur SGA geführt. Der Zeitschriftenbestand ist an der Quellenstr. 25, 8005 Zürich verblieben und kann dort eingesehen werden.

Theo und Amalie Pinkus

Paul Theodor Pinkus

Als Sohn des Bankiers und Schriftstellers Lazar Felix Pinkus (1881-1947) und der Schauspielerin Else Flatau besuchte er eine Privatschule, bis die Bank seines Vaters in Konkurs ging. 1923 trat er in den Freibundein, eine Schweizer Schülerbewegung, in der über Marxismus und christlichen Sozialismus diskutiert wurde.

1927 begann Theo Pinkus eine Lehre als Verlagsbuchhändler im Rowohlt-Verlag in Berlin, die er 1929 erfolgreich beendete. In seinem Wohngebiet Rote Insel trat er dem kommunistischen Jugendverband (KJVD) bei und wurde 1929 von Wilhelm Pieck in die KPD aufgenommen. Seinem Genossen Willi Stoph brachte er nach Feierabend auf der Verlagspresse die technischen Fertigkeiten zur Herstellung von Flugblättern bei. Nach der Lehre bei Rowohlt arbeitete er ab 1930 für den Internationalen Arbeiterverlag und für den Neuen Deutschen Verlag von Willi Münzenberg.

Im Februar 1933 wurde er kurzzeitig von der SA verhaftet. Nach seiner Freilassung wurde ihm vom Schweizer Botschafter dringend angeraten, in die Schweiz zurückzukehren: „Jude, Kommunist und Ausländer — das ist ein bißchen viel. Fahren Sie weg.“

Zurück in der Schweiz wurde er Redakteur der Schweizer Ausgabe der Inprekorr (Internationale Presse-Korrespondenz, Organ der Kommunistischen Internationale) und gründete 1940 mit 1.000 Franken Startkapital den Büchersuchdienst.

Von 1973 bis 1975 hatte er mit einer Zürcher Studiengruppe eine Ausstellung und einen Dokumentationsband zur Geschichte des Schweizer Gewerkschaftsbundes erarbeitet. Für den Dokumentenband Geschichte der Schweizerischen Arbeiterbewegung wurde ein Verlag gesucht. Das Buch sollte zuerst beim Huber-Verlag in Frauenfeld erscheinen, der das „linke Machwerk“ vor Erscheinen aus dem Programm kippte. Danach sprang die neu gegründete Schweizer Suhrkamp-Filiale in die Bresche, auch dort wurde auf Druck von oben auf eine Veröffentlichung verzichtet. Dies führte zur Gründung des genossenschaftlich geführten Limmat-Verlags in Zürich.

 

Amalie Pinkus-De Sassi

Amalie De Sassi, geboren am 4. Juli 1910, entstammt einer einfachen Tessiner Familie, die in Zürich einen Gemüseladen führt. Nach dem frühen Tod des Vaters 1920 bringt die Mutter ihre Kinder allein durch. Amalie entwickelt früh ein Gespür für soziales Unrecht. Obwohl sie eine gute Schülerin ist, kann sie nach der obligatorischen Schulzeit nicht länger zur Schule gehen und beginnt eine Verkäuferinnenlehre bei Globus.


Sie engagiert sich in der „Internationalen Arbeiterhilfe“ (IAH). 1931 reist sie als Schweizer Delegierte nach Berlin an einen Kongress der „Internationalen Arbeiterhilfe“ und anschliessend in die Sowjetunion. Dort trifft sie junge Leute aus der ganzen Welt, die alle eine neue menschliche Gesellschaft aufbauen wollen. Tief beeindruckt kehrt Amalie in die Schweiz zurück und tritt in die Kommunistische Partei ein. Sie wird nach kurzer Zeit „Zellenobmann“ und Mitglied der Zürcher Parteileitung. Sie unterstützt deutsche und italienische politische Emigranten und fährt mehrmals in riskanter Mission nach Deutschland und Italien.

1934 lernt sie Theo Pinkus kennen. 1939 heiraten sie und ihr Sohn Marco wird geboren. Amalie sorgt für das Einkommen und den Haushalt und ist emotionaler Rückhalt der Familie, zu der 1941 und 1949 die beiden Söhne André und Felix hinzu kommen. 1943 trifft sie politisch und persönlich ein herber Schlag. Theo wird aus der Partei ausgeschlossen und Amalie ohne Anhörung gleich mit von der Mitgliederliste gestrichen. Diesen Ausschluss verzeiht Amalie der Partei nie. Obwohl sie politisch grosse Vorbehalte hat, tritt sie der Sozialdemokratischen Partei bei und bleibt bis zu ihrem Tod Mitglied, bezeichnet sich aber zeit ihres Lebens als Kommunistin. Nach dem Krieg arbeitet Amalie in der Friedensbewegung und im Frauenstimmrechtsverband. In den 1970er Jahren, nun schon Grossmutter, wird sie aktives Mitglied der Frauenbefreiungsbewegung (FBB).

Mit Theo zusammen baut sie die Buchhandlung, die Stiftung „Studienbibliothek zur Geschichte der Arbeiterbewegung“ und das Bildungs- und Ferienzentrum „Salecina“ in Maloja auf. Dort bleibt sie bis zu ihrem Tod am 9. Februar 1996 als Präsidentin aktiv.

 

Ausstellung 100 Jahre Theo Pinkus

Stiftungsrat 

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